Ein Weblog für den Deutschunterricht

Was soll das ganze Theater?

Ich bin gerade in Regensburg, wo ich meine Magisterarbeit zum Thema "Theater und Rollenspiel im Fremdsprachenunterricht" verfasse. Dies ist vor allem dank der Förderung von der DAAD möglich.

Ich muss sagen, Regensburg ist eine sehr schöne Stadt. Ich bin zwar zum dritten Mal da, aber vorher waren das nur kurze Aufenthalte. Erst jetzt kann ich die Stadt richtig genießen. 

 

 

 Warum habe ich gerade das Thema Theater ausgewählt?  Nach meinem einmonatigen Aufenthalt im August 2008 in Heidelberg, wo ich im Rahmen eines internationalen Ferienkurses an der Arbeitsgemeinschaft Theater teilgenommen hatte, kristallisierte sich mein Wunsch heraus, Theater und Fremdsprachenunterricht zu verbinden. In meiner Magisterarbeit wollte ich erforschen, inwieweit das szenische Spiel und Rollenspiel im Fremdsprachenunterricht eingesetzt werden können.

Dramatische Aktivitäten stellen einen alternativen und interaktiven Weg der Fremdsprachvermittlung dar und gleichzeitig eine handlungsorientierte, erfahrungsbezogene, und kreative Lern- und Lehrmethode. Sie bieten den Lernern Gelegenheit, den Inhalt einer Fremdsprache als individuelle Persönlichkeiten kreativ mit zu gestalten.

 

 

2 Kommentare 11.10.09 21:17, kommentieren

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Zitation

Jeder, der eine Arbeit auf deutsch verfasst und dazu Literatur in deutscher Sprache benötigt, schätzt bestimmt die folgenden Links ein:

Deutsche Nationalbibliographie

Und für tschechische Studenten noch:

Bibliografické citace

 

1 Kommentar 11.10.09 20:30, kommentieren

Daniel Kehlmann: Die Vermessung der Welt

Von Flöhen und Forschern

In seinem für den erstmalig vergebenen Deutschen Literaturpreis nominierten Roman "Die Vermessung der Welt" gelingt Daniel Kehlmann eine Neudefinition von Geschichtsschreibung.

Charakterlich waren sie so unterschiedlich und dennoch gemeinsam die Väter eines neuen Zeitalters, in dem die Welt bis in jeden Winkel vermessen und „nie mehr so sein würde wie zuvor“: Alexander Humboldt, der unter Einsatz seines Lebens Südamerika für die europäische Welt erschloss, und Carl Friedrich Gauß, Mathematiker, Astronom und Physiker, der, hochbegabt, für die titelgebende „Vermessung der Welt“ die theoretischen Grundlagen formulierte und froh war, wenn er Göttingen nicht verlassen musste.
Eine Doppelbiographie? Ein weiteres Stück Wissenschaftsgeschichte zum Gauß-Jahr?
Sicher auch, aber unglaublich mehr als das. Ein Panorama tut sich auf, in dem die erste Ballonfahrt mit Goethe und dessen Überzeugung, das Erdinnere sei hart und kalt, in Verbindung steht und die Konkurrenz der beiden Brüder Humboldt oder die weltfremde Einsamkeit und schroffe Ungeduld des hochbegabten Gauß mit dem politischen und geistigen Klima einer ganzen Zeit. Was der eine als Geograph leistete, unterstützte der andere mit seiner theoretischen Brillanz, gemeinsam legten sie den Grundstein für eine Forschung, die rückblickend in den wissenschaftlichen Positivismus führen musste.

Und dabei wird dem Leser en passant plötzlich klar, was Geschichtsschreibung auslässt: ein Genie kann nicht ohne Weiteres zugleich ein guter Familienvater sein, ein von seiner ehrgeizigen Idee Besessener muss unter Umständen, wie Humboldt bei seinen Expeditionen in Südamerika, nicht nur das eigene Leben, sondern auch das seiner Begleiter in Gefahr bringen. „Mich hat ja immer schon die Größe und Lächerlichkeit von Menschen fasziniert, die sich dem Chaos der Welt unter dem Schutz einer Idee nähern“ gesteht Kehlmann in einem Gespräch mit Walter Grond in „Volltext“. Und wenn Humboldt neben der Sklaverei die Idee, der Mensch stamme vom Affen ab, als „die größte Beleidigung des Menschen“ bezeichnet, wird transparenter, was Humanismus – implizit bis heute – auch ist: der Glaube an die Allmacht des Menschen, auch wenn diese Einstellung im Widerspruch zum eigenen Wissenschaftsglauben steht.

„Auf dem Sofa saß Schiller und gähnte verstohlen“

Als junger Wissenschaftler nahm Gauß den Weg nach Königsberg auf sich, um den tief verehrten Kant zu treffen – und findet einen alten Mann im Lehnstuhl vor, der in tiefster geistiger Umnachtung mit der Wand spricht. „Natürlich hat man zunächst seine Zweifel, ob man so einfach Goethe, Kant oder Thomas Jefferson auftreten lassen darf. So etwas ist schon eine große Überwindung“ lenkt Kehlmann ein. „Aber nach meiner Erfahrung lohnen sich Überwindungen immer, und im Nachhinein weiß ich, dass der Roman ohne diese Wagnisse überhaupt nicht funktioniert hätte.“ Zitate auf die Widersprüche unserer eigenen Zeit bleiben dabei nicht aus: wenn Humboldt, berühmt geworden, von mehr als hundert Schaulustigen auf den Popocatepetl begleitet wird, wo „Händler Erfrischungen verkaufen“ und Journalisten jede seiner Bewegungen protokollieren, ist der berühmte Abenteurer seiner Zeit unwillentlich zum Star und die Idee der Erstbesteigung als Medienereignis zur Farce geworden.

Die Macht der Nachgeborenen

Es ist eine Ironie, die den ganzen Roman durchzieht – auch Selbstironie. Schon auf den ersten Seiten spricht Gauß von der „Zumutung, in einer bestimmten Zeit geboren zu sein, ob man wolle oder nicht“, so dass „in zweihundert Jahren jeder Dummkopf (...) absurden Unsinn über seine Person erfinden könne“. Dieser „Dummkopf“ ist Kehlmann selbst, der neben einem Kosmos aus zugeschriebenen Gedanken und vernichteten Briefen die Flöhe unter Humboldts Zehennägeln „ergänzt“, wo die kanonisierte Überlieferung ihn lediglich deren Art bestimmen lässt. Aber genau diese Details in der Grauzone zwischen Überlieferung und Fiktion sind es, die nicht nur zwei große, hier sehr menschliche Forscher, sondern eine ganze Zeit erstaunlich lebendig machen.

(von Friederike Rüll, http://www.titel-forum.de )

P.S.: Vor kurzer Zeit habe ich dieses Buch gelesen (leider nur die tschechische Übersetzung) und muss sagen, dass es sicher lesenswert ist!

1 Kommentar 12.2.08 17:51, kommentieren

Deutsche und Tschechen

Am Freitag und Samstag (19. – 20. Oktober 2007) nahm ich an einem interkulturellen Training für deutsche und tschechische Studierende teil. Diese Veranstaltung wurde von forost unterstützt und in Pilsen mit Hilfe von Tandem organisiert. Ich war davon total begeistert, deshalb würde ich euch davon auch gerne erzählen.

Dort waren sechs Studenten aus Deutschland (Berlin, Leipzig, Bayern) und sechs tschechische Studenten. Unsere Lektoren waren zwei Psychologie-Studentinnen von der Uni Regensburg. Das Programm war sehr vielfältig. Es bestand hauptsächlich aus praktischen Übungen, Fallbeispielen und dazu kam in richtigen Maßen auch Theorie. Und das Thema? Kultur, interkulturelle Unterschiede, Konflikte, die daraus entstehen und Lösungen, die man finden sollte.

Von diesen zwei Tagen habe ich ein paar Tipps zum Alltag in Deutschland mitgebracht, die man im Hinterkopf beinhalten sollte, damit man Konflikte und Missverständnisse vermeidet.

Zwischen Deutschen und Tschechen gibt es insgesamt mehr Gemeinsames als Trennendes, als man sich vielleicht vorstellt. Trotzdem sollte man folgendes wissen.

Deutsche sind sehr diskussionsfreudig. Wenn ihr mit ihnen diskutiert, bringen Sie vernünftige Argumente. Deutsche kehren nichts unter den Teppich, sonder widersprechen bei Meinungsverschiedenheiten. Im Unterschied zu Tschechen drücken sie bei einem Konflikt keine starken Emotionen aus. Auch das Wort „nein“ wird in Deutschland häufiger gehört als in Tschechien. In den deutschen Schulen gibt es nämlich ein meiner Meinung nach sehr wichtiges Fach, in dem die Schüler lernen, wie man argumentieren kann und soll.

Vor kurzer Zeit habe ich folgenden Satz gehört: „Dienst ist Dienst und Schnaps ist Schnaps!“ Es bedeutet, dass Berufs- und Privatleben wird scharf getrennt. Man spricht in der Arbeit über Probleme und Erlebnisse aus seinem privaten Leben gar nicht. Um dies und jenes zu besprechen, geht man nicht in die Arbeit, sondern in die Kneipe.

In der Regel machen Deutsche alles plangemäß, eines nach dem anderen. Improvisation ergibt sich in Deutschland nicht so häufig wie in Tschechien.

Die Anrede von „höhergestellten Personen“ ist wenig autoritativer als in Tschechien. Lehrer und Ingenieure werden ohne Titel angeredet. Eine Abweichung von dieser Regel bilden nur Uniprofessoren und Ärzte.

Beim Essen wird man nicht zweimal aufgefordert. Daher können viele Tschechen in Deutschland vor leeren Schüsseln sitzen, denn die beliebte tschechische Aufforderung „Esst, esst“ kommt nicht.

In der Kneipe oder im Restaurant bezahlt man zumeist für sich selbst. Dies gilt auch für die Frauen. Kein Wunder, wenn auch ein Glas Mineralwasser mindestens 2,50 Euro kostet!

Das Auto wird in Deutschland fast immer benutzt. Es dient wie zum Beispiel Schuhe. Auch die Kurzstrecken werden mit dem Auto gefahren.

Die Emanzipation ist in Deutschland ein Stück weiter als in Tschechien. Deutsche Männer können gerne und gut kochen, Frauen dagegen fahren oft Motorrad.

Zum Schluss wollte ich noch sagen, dass Beschreibungen von Kulturunterschieden nie objektive Beschreibungen sind, sondern immer nur „im Vergleich zu“ einer anderen Kultur oder Einstellung zu sehen.

Ein interkulturelles Spiel...

2 Kommentare 23.10.07 21:13, kommentieren

Jugendmedientage in Leipzig



Von Donnerstag 27.9. bis Sonntag 30.9. dreht es sich für mehr als 400 Nachwuchsjournalisten und junge Medienmacher um das Thema „Medien 2.0“ und ihre journalistischen Berufswege. Vier Tage lang wechseln sich Workshops, Symposien, Medieneinblicke, Partys und spannende Gäste aus Medien, Politik und Gesellschaft ab.

Und ich war auch dabei! Ich habe mich mit anderen ifa-Teilnehmern, Betreuern und mit dem Referenten Felix Kossel in Leipzig getroffen, damit wir gemeinsam an einer abschließenden Dokumentation (an einem elektronischen Handbuch) unserer Workshops und unserer Erfahrungen mit Podcasts und Blogs arbeiten.

Was haben mir die JMT in Leipzig persönlich gebracht? Vor allem Inspiration, viele neue Ideen, zahlreiche Eindrücke und Erfahrungen. Auch kulturelle und sprachliche Bereicherung, was für mich – als Germanistikstudentin – sehr wichtig ist. Einblick in die Welt der deutschen Medienmacher finde ich auch nützlich, zumindest für meine Diplomarbeit, in der ich mich gerne dem Thema „Deutsche Medien“ widmen werde. Und zuletzt haben mir die Medientage viele Kulis, Zeitschriften und Notizblöcke gebracht.


2 Kommentare 4.10.07 12:21, kommentieren

Im Irrgarten der deutschen Phraseologie

Unter dem Titel „Phraseologie“ lassen sich Redensarten, Sprichwörter, Formeln, idiomatische Wendungen, Klischees zusammenfassen. Nach der linguistischen Terminologie sind „Redewendungen“ feste Wortverbindungen. Ihre Bestandteile können nur schlecht oder gar nicht ausgetauscht werden.

Viele Beispiele finden Sie unter:

http://de.wiktionary.org/wiki/Wiktionary:Deutsch/Redewendungen

http://www.phrasen.com/

Und nun eine Kurzgeschichte, die ich für meine „Phraseologie und Idiomatik“ Stunde geschrieben habe.

Von zwei Nilpferden

Zwei Nilpferde bummelten durch die Stadt. Es war ein heißer Tag. Die Sonne glüht. Es war wirklich sehr heiß, besonders für zwei Nipferde, die an Herumliegen im Schlamm gewöhnt sind.

„Puh!“ sagte der eine. „Es ist so heiß!“

„Puh! Das hast du ins Schwarze getroffen.“ sagte der andere.

„Puh!“ sagte der eine. „Ich würde so gern im Schlamm herumliegen.“

„Puh! Das hast du ins Schwarze getroffen.“ sagte der andere.

„Puh!“ sagte der eine schwitzend. „Ich möchte jetzt viel Eiswürfel haben um sie in meinen Schlamm geben!“

„Puh! Das hast du ins Schwarze getroffen.“ sagte der andere.

„Ich zerbreche mir den Kopf, aber ich begreife nicht, warum du immer „Puh! Das hast du ins Schwarze getroffen.“ sagst!“ fragte der eine.

„Weil es zu heiß ist um sich zu streiten.“ sagte der andere.

„Puh! Das hast du ins Schwarze getroffen.“ sagte der erste Nilpferd.



1 Kommentar 26.9.07 00:04, kommentieren

Wie spricht man „China“ und „Chemie“ richtig aus?

Vor ein paar Wochen, als ich auf dem web 2.0 Workshop in Brünn war, haben wir uns davon unterhaltet, dass einige Leute „Kina“ und „Kemie“ sagen, andere wiederum „Schina“ und „Schemie“. Wir konnten uns nicht einigen, welche Variante richtig ist.

Nach Langenscheidt Großwörterbuch:

Che·mie [ç-, k-]

chi·ne·sisch [ç-, k-]

Nach Duden , Das Aussprachewörterbuch:

China [ç-]

Chemie [ç-]

Nach Zwiebelfisch :

Die standardgemäße Aussprache des "Ch" am Wortanfang vor den hellen Vokalen "e" und "i" ist ein weiches "ch" wie in "Licht" und "Blech". Man nennt dies den Ichlaut, das phonetische Zeichen dafür ist ein [ç].

In Süddeutschland allerdings wird das Ch wie ein K ausgesprochen, dort sagt man Kina, Kinesen, Kemie und Kirurg.

Nach wer-weiss-was:

Man spricht den Ich-Laut [ç] vor allem in griechischen Wörtern am Wortanfang vor ä (ae), e, i, ö (oe), y, oft auch nach a, o in Zusammensetzungen mit solchen Wörtern :
Biochemie [bioçe'mi:], Chäronea [çäro'ne:a], Chemie [çe'mi:], Chinin [çi'ni:n], Chörilus
['ö:rilus], Chylus [çy:lus]

Und jetzt eine Frage an die Muttersprachler: Wie sprechen Sie diese Wörter aus? Und woher kommen Sie?

6 Kommentare 24.9.07 17:29, kommentieren